Marikablog.
Hier erzählt Marika was.30.9.2006 (00:47)
Die erste Woche
So, nun habe ich endlich mal die Muße gefunden mich ein bisschen mit dem Aufschreiben meiner hier in Paris (also in der letzten Woche) gesammelten Erfahrungen zu beschäftigen.
Am Montag, den 4. September 2006, bin ich am Flughafen Orly im Süden von Paris angekommen. Die ersten Tage habe ich in der Jugendherberge le dArtagnan verbracht, wo ich am Montag gleich die Bekanntschaft von zwei Deutschen gemacht habe, die auch einige Zeit in Paris studieren wollen- Tobias aus dem Sauerland und Tietje aus Karlsruhe.
Nach einigen Rückschlägen habe ich dann am Donnerstag, 7. September, mittags mein Zimmer hier im Wohnheim Anne-Marie Veder im 15. Arrondissement (von wo aus man die Spitze des Eiffelturms sehen kann) bezogen; das Zimmer ist noch für zwei andere Mädchen bestimmt, jedoch kommen die erst in ein paar Tagen, so dass ich mir das beste Bett, den schönsten Schreibtisch etc. aussuchen konnte.
Der Supermarkt hier um die Ecke war schnell gefunden und damit auch der zimmereigene Kühlschrank ratz-fatz gefüllt. Allerdings wurde ich Donnerstagabend dann mit der Tatsache konfrontiert, dass es hier zwar eine Gemeinschaftsküche mit Esssaal gibt, erstere jedoch nichts weiter aufweist als Herdplatten, Mikrowellen und diverse Spülen zum Abwaschen des schmutzigen Geschirrs (das ich bis dato nicht besaß).
Also bin ich erstmal flux hier an den einen internetfähigen Rechner und habe mir den nächsten IKEA rausgesucht (in 20 Kilometern Entfernung).
Abends war ich dann das erste Mal in St. Cloud bei dem Chor, den ich mir in Deutschland schon rausgesucht hatte. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass ich den falschen Chor aufgesucht hatte; Chorleiter (ein Deutscher) und Ort (Deutsche Schule Paris) waren zwar richtig, nicht aber das Datum. Ich bin trotzdem geblieben, habe zwei Stunden mitgemacht und entschieden, dass ich auch weiterhin an dem kleinen Chor donnerstags abends teilnehmen möchte.
Am Freitag, 8. September, bin ich dann wie geplant zu IKEA gefahren, natürlich ohne zu bedenken, dass mich meine Reise bis nach Zone 4 des hiesigen Nahverkehrsnetzes - ich besitze eine Monatskarte von Zone 1 bis 3 - führen würde. Bei meiner Ankunft wurde ich natürlich prompt kontrolliert und musste schön 25 Euro Strafe zahlen. Naja, auf dem Rückweg habe ich dann natürlich die 1,30, die es kostet um von Zone 4 nach Zone 3 zu fahren, bezahlt.
Am Samstag, 9. September, bin ich zum ersten Mal richtig in der Innenstadt gewesen, nämlich bei Les Halles. Die Tage zuvor hatte ich mich schon mal hier in der Nähe nach einem Geschäft informiert, das Netzwerkkabel verkauft- damit ich nicht immer auf den einen internetfähigen Rechner angewiesen bin. Mit einem so genannten LAN-Kabel und seinem Notebook kann man nämlich sowohl im Fernseh- als auch im Computerraum online gehen.
Mir wurde also von mehreren Seiten mitgeteilt ich solle mal bei Les Halles zu fnac gehen, die würden Kabel verkaufen. Das tat ich den besagten Samstag dann auch. Leider ist im Nachhinein natürlich aufgefallen, dass ich das falsche Kabel besorgt hatte. Nun ja, und da ich seit dem Wochenende kränkele, habe ich mir die Menschenmassen in der Innenstadt noch nicht wieder zumuten wollen.
Montag, 11. September und Geburtstag meiner lieben Freundin Jenni, bin ich morgens sehr früh aufgestanden, um die EDC, an der ich die nächsten Monate studieren werde, aufzusuchen; ab Montag sollte dort nämlich die Integrationswoche stattfinden. Als ich um 8 Uhr dort ankam, war aber noch niemand weiter da offensichtlich fangen die hier einfach etwas später an zu arbeiten. Als um 9 Uhr dann eine Dame des International Office anzutreffen war, wurde schnell klar, dass es gar keine Einführungswoche - wie ich sie mir vorgestellt hatte - geben würde. Mit Integrationswoche ist offensichtlich gemeint, dass man sich eine Woche vor Vorlesungsbeginn um das Einschreibeprozedere, die Bestätigung der Kurswahl etc. kümmert. Das meiste davon habe ich gleich gestern erledigt, so dass es kein Problem ist, dass ich seit dem Abend komplett krank bin.
Ich war nämlich abends noch am Champ de Mars und habe mit einigen französischen Studenten des 4. Jahres und zwei ERASMUS-Studenten aus der Schweiz vor dem erleuchteten Eiffelturm gesessen. Das war meiner Gesundheit nicht wirklich zuträglich, meiner Laune dafür aber umso mehr: endlich mal nette, lustige Franzosen, die nicht so kleinkariert sind wie die meisten Mädels hier im Wohnheim, mit denen nicht mal ein vernünftiges Gespräch zustande kommt. Auf jeden Fall habe ich schon mit einigen der Franzosen Handynummern ausgetauscht; besonders nett waren zwei Mädchen Sandra und Tiffany - , die wohl bei mir in der Nähe wohnen: Sie meinten ich könne sie jederzeit anrufen, wenn ich Probleme hätte oder Hilfe bräuchte, sie wären selbst im Ausland gewesen und wüssten deshalb, dass man sich ja manchmal einsam fühlt. Ob ich darauf zurückkommen werde, weiß ich nicht. Aber lieb war es allemal.
Heute, am 12. September, bin ich wie gesagt richtig krank; ich konnte die Nacht schon kaum schlafen, weil ich so schlimme Schmerzen in Neben- und Stirnhöhlen hatte. Also bin ich heut Morgen statt wie verabredet zur EDC zu fahren lieber zum Arzt gegangen. Der hat mir dann eine grosse sinusite (eine dicke Sinusitis) bescheinigt und Antibiotika verschrieben. Naja, heute Abend gehts mir auf jeden Fall schon um einiges besser.